Dienstag, 18. November 2008

Semesterende, Reisepläne, Autoverkauf...

...und die Erkenntniss, dass Australier zu faul sind um Gänge zu schalten.
Nachdem ich nämlich vor einer Woche angefangen habe, mein Auto hier zum Verkauf anzubieten, hat sich herausgestellt, dass die meisten Australier keine manuellen Autos fahren können. Denn bei jedem zweiten Anruf den ich bekomme, wird als erste Frage gestellt: "Is it a manual or an automatic?".



Weihnachtsstimmung kommt hier in den Läden auf, aber nicht unbedingt im Alltag. Außerdem hat hier die Regensaison begonnen. Seit fünf Tagen ist es immer wieder am Regnen - aber was für Regenfälle das sind. Das macht dann Spaß, wenn man weiß, dass der Regen lauwarm ist und in der Badehose raus rennt.



Die ersten haben UniCentral und die Sunshine Coast schon verlassen und sich der Herausforderung gestellt, in kurzer Zeit so viel wie möglich von Australien zu entdecken. Für mich geht es los, sobald das Auto verkauft ist. Dann heißt es, ab nach Melbourne mit den Bussen von Greyhound.

Montag, 10. November 2008

...und schon war das Ende vom Semester da!

Hui, das ging aber ziemlich schnell alles. Wenn man bedenkt, dass ich vor vier Monaten hier in Australien angekommen bin und jetzt das Semester schon fast vorbei ist. Die letzten Arbeiten haben wir hier Ende Oktober abgeben müssen - da hat sich Halloween natürlich ideal als Abschlussparty ergeben, um gleichzeitig rein in die Lernferien zu feiern.



Außerdem wurde in den letzetn paar Wochen die Sunshine Coast wirklich zur SUNSHINE Coast. Ventilatoren eingeschaltet, Badehose und Flipflops angezogen und Sonnencreme nicht vergessen. Wenn dann ein feiner kühler Pool direkt vor der Haustüre ist, macht das Unileben noch gleich viel mehr Freude - vor allem bei 30°C



So und dann waren da natürlich die Lernferien. Und was macht man in den Lernferien als Student so (vor allem als Internationaler Austauschstudent)?
Auf der einen Seite würde es die Möglichkeit geben, sich in der Woche zu entspannen und sich gemütlich immer wieder Mal mit der Materie zu beschäftigen, damit alles Gelernte schön Sitzen bleibt.
Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch die Möglichkeit direkt nach der Halloweenparty am nächsten Morgen vom Studentenheim abzuhauen, das große weite Australien zu erkunden, unendlich viel Neues erleben, einen Tag vor der Prüfung zurückkommen, unter Zeitdruck alles noch schnell zu lernen und dann trotzdem gelassen zur Prüfung zu gehen, weil das System hier in Australien ziemlich nett ist ;)
Einmal darf man raten für welche Möglichkeit ich mich entschieden habe.



Nun denn, Halloweenparty vorbei - ab zu den Whitsunday Islands. 1000 Kilometer bis nach Airlie Beach von wo unser Segelschiff abgelegt hat. Ein Tauchgang mit Nemo inkludiert - in einer Unterwasserlandschaft voller Korallen wo man sich vorkommt wie in einer anderen Welt. Unendlich viele Fische ziehen an einem vorbei, Seegurken mit denen man spielen kann und die Geräusche unter Wasser - das war echt eines der schönsten Erlebnisse der Reise!



Nach dem Segeltörn bin ich wieder langsam zurück an die Sunshine Coast gefahren und hab an verschiedenen Orten Halt gemacht. Manchmal findet man bei so sponaten Aufenthalten Orte, die man sich so vielleicht gar nicht vorstellen hätte können. Für mich war dieser spezielle Ort "The Great Keppel Island" - eine Insel die ich so schnell nicht wieder vergessen werde, denn für mich war das echt "The Beach" (wie in dem Film).



Angefangen hat alles damit, dass ich in meinen Lonley Planet reingeschaut habe und über die "Great Keppel Islad" gelesen habe. Anscheinend sollte auf der kleinen Insel echt etwas los sein - Backpacker Hostels, verschiedene Resorts etc. Da ich in der Nähe war, habe ich mir gedacht, warum nicht hinfahren und die Insel ein wenig erkunden? Also machte ich mich mit der Fähre auf den Weg. Auf dem Schiff selbst habe ich mich schon gewundert, warum nicht mehr Passagiere mitfahren als die Handvoll, die auf dem Schiff waren. Bei der Ankunft musste ich feststellen dass, die Insel schließlich ganz anders aussah, als ich mir das vorgestellt habe. Es war fast gar nichts los auf der Insel (zwei kleine Resorts waren geöffnet) und sie schien fast schon ausgestorben zu sein. Nun gut, da ich mein Zelt in einem der Resorts schon reserviert habe, 'musste' ich wohl oder übel auf der Insel bleiben. Am Anfang hat mir der Gedanke gar nicht so gefallen, weil es echt gar nichts auf der Insel zu tun gab. Aber irgendwie hatte die Insel etwas besonderes und je länger man auf der Insel war, desto einzigartiger und fast schon 'mysteriöser' wurde sie. Also habe ich den ganzen Tag am Strand gelegen, etwas gelesen und die Zeit genossen.



Am Nachmittag sind auch die letzten Tagestouristen von der Insel gegangen und auf der gesamten Insel waren vielleicht nur mehr so 30 Leute.
Als es dann langsam Abend wurde und ich mit ein paar Reisenden gemütlich etwas getrunken habe, ist die ganze Sache noch viel interessanter geworden. Die Geschichte der Insel wurde mir in der Nacht am Strand bei Kerzenlicht erzählt.



Vor mehreren Jahrzenten wurden die Aborigines von der Insel vertrieben, damit man einen idealen Touristenort daraus machen konnte. Ein Resort nach dem anderen wurde errichtet und der Massentourismus wurde kaum gebremst.
Eines Tages hat sich dann ein reicher amerikanischer Millionär entschlossen, die einzelnen Resorts und Grundstücke aufzukaufen, um schließlich die ganze Insel zu besitzen und daraus ein 6-Sterne Touristenort zu machen. Allerdings haben sich zwei kleine Resorts dagegen gewehrt und sich nicht verkaufen lassen (darunter das, wo ich geschlafen habe). Also hat der reiche Millionär beschlossen, alles was er schon besessen hat zu schließen, um keine Touristen mehr auf die Insel zu locken. Jetzt wartet er anscheinend darauf, dass dadurch die zwei kleinen Resorts pleite gehen und er diese ebenfalls kaufen kann. Doch diese wehren sich, weil sie die Schönheit der Insel wahren wollen und kein Massentourismusort daraus werden soll.



So habe ich die Insel doch gleich aus einem ganz anderen Blickwinkel gesehen und mich fast schon ein wenig in diesen (noch) so verlassenen Ort verliebt.
Die nächsten zwei Tage ging es dann nach Town of 1770 und nach Bundaberg, wo DER Rum für Australien produziert wird.



Heute habe ich die erste Prüfung hier in Australien abgelegt - für einen Studenten der auf einer FH studiert und das universitäre System nicht gewohnt ist fast schon wieder ein Erlebnis.
Alle Studenten haben sich vor der riesigen Halle versammelt haben, als plötzlich die Lautsprecherdurchsagen gekommen sind, was die Studenten zu befolgen haben. Keine Rucksäcke, keine Taschen, keine Sonnenbrillen, keine Kappen in der Prüfungshalle. Alles musste abgegeben werden. Nur etwas zum Schreiben durfte ich mitnehmen. Ein Wunder, dass ich mich nicht noch ausziehen musste. Während der Prüfung sind in der Halle überall Aufsichtspersonen am rumschleichen. Da kommt man sich schon leicht wie in einer Massenabfertigung vor. Auf jeden Fall ein Erlebnis wert in Australien an der Sunshine Coast mal zu studieren und das mitzumachen :)

Aufgefallen (oder "was ich sonst noch so Senf loswerden muss"):
Es kommt einem etwas seltsam vor, wenn man bei 30°C mit Flip Flops, T-Shirt und kurzer Hose in einen Supermarkt geht, wo Jingle Bells gespielt wird und es bereits die ersten Weihnachtsdekorationen zu kaufen gibt.



Auf australischen Balkonen tummelt sich so manch seltener Gast. Zuletzt gesehen auf Airlie Beach - die freundliche Schlange von nebenan.



Ah ja, und da war noch...
Eine frische Abkühlung nach dem letzten 'Arbeitsabgabetag' wo ich drei Arbeiten eingereicht habe und eine Präsentation gehalten habe.

Montag, 20. Oktober 2008

Fraser Island - ein geniales Wochenende

Man stelle sich eine normale Straße vor. Man werfe eine Unmenge an Sand auf die Straße, so dass sie ganz voll damit ist. Als nächstes bildet man in die Straße unzählige Hügel, die teilweise eine 40 Grad-Steigung haben und so unregelmässig vorkommen wie die Löcher in einem schweizer Käse. Dann stellt man links und rechts noch eine Menge Bäume hin, so eng an der Strasse, dass gerade noch ein Auto durchpasst. Als Krönung laesst man die Strasse auch noch hoch und runter gehen und baut unzählige Kurven ein.
Wenn man das dann alles hat, darf man das "Fraser Island" nennen. Zumindest der erste Teil der Insel, den man auf dem Weg zum Strand passieren muss. Hat man auf dem Dach, wo die ganze Campingaustruestung und alle Lebensmittel verstaut sind, dann noch Milch mit dabei, kann diese nach der Fahrt getrost als Milchshake weiter verkauft werden.



Der Strand selbst, an dem man direkt neben dem Meer entlang faehrt und die geniale Aussicht, machen das ganze dann nahezu perfekt.
In drei Autos mit jeweils neun Leuten die Insel zu erkunden war echt ein super Erlebnis.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Endlich OZ erkunden!

Zutaten für die zweiwöchigen Semesterferien. Man nehme:

5 Tage Sydney
3 Tage Melbourne
6 Tage Wohnwagen
1 Tag Adelaide
3 Deutsche
2 Franzosinnen
1 Österreicher
1 Riesen Menge Spaß



Die letzten zwei Wochen waren echt genial und der Urlaub hat richtig gut getan, endlich Mal was von Australien zu erkunden.
Begonnen hat die Reise in Sydney. Gleich nach der Ankunft zum Opernhaus und zur Harbour Bridge - echt ein schöner Anblick. Am nächsten Tag bin ich den Sydney Halb Marathon mitgelaufen. Ein geniales Gefühl durch das Laufen gleichzeitig Sightseeing zu machen.



In Melbourne wurde das Nachtleben von uns getestet, was erheblich besser war als in Sydney (naja OK, es war im Gegensatz zu Sydney auch Wochenende).



Anschließend ging es mit dem Wohnwagen sechs Tage lang Richtung Adelaide - entlang der Great Ocean Road vorbei an den Zwölf Aposteln und schönen Stränden. In den kleinsten Dörfern irgendwo in der Pampa haben wir dann immer wieder Mal angehalten. Wenn man dann so die ewig langen Straßen entlang fährt, kommt einem manchmal fast 20 Minuten kein Auto entgegen. Mit dabei bei dem Trip waren Nationalparks, Wildcampen an verbotenen Stellen, Kühen auf einer ewig weiten Weide hinterherrennen, unbewohnte alte Häuser in der Pampa besichtigen, verstopfter Abfluss reparieren, den spritdurstigen Wohnwagen durch ordentliche Geldausgaben auffüllen und vieles mehr.



Aufgefallen: Wenn man innerhalb von vier Tagen drei Mal die Uhr umstellen muss, kommt man ein wenig durcheinander.
Von Victoria nach South Australia eine halbe Stunde vor drehen.
Gerade das Wochenende erwischen, wo Sommerzeit nur in South Australia umgestellt wird - eine Stunde zurück drehen.
Nach Brisbane zurück fliegen - eine halbe Stunde vor drehen, statt zurück, weil in Queensland die Sommerzeit ja nicht umgestellt wird.
Das hat sogar den Taxifahrer in South Australia verwirrt, nachdem wir ihn nach der Zeit in Brisbane gefragt haben.

Donnerstag, 18. September 2008

Einen Zentimeter erkundet...

Mann, letztes Mal sehe ich so eine Karte von Australien irgendwo in einem Tourismusbüro hängen. Die Karte selbst war so ca. einen Meter im Durchmesser und dann kuck ich Mal so, was ich bisher von Australien so gesehen habe. Und das hat sich auf der Karte gerade Mal als ein winzig kleiner Zentimeter an der Ostküste entlang entpuppt. Naja, bald geht's ein bisschen weiter nach Süden (in die Kälte). Noch zwei Tage und es heißt: Sydney wir kommen.



Letztes Wochenende bin ich mit vier weiteren Studenten an die Gold Coast gefahren. Echt genial, wenn man so über die endlosen Straßen fährt und auf einmal tauchen vor einem große Wolkenkratzer am Strand auf. Der 20. höchste Turm der Welt (Q1) steht dort übrigens auch, von wo aus man einen genialen Ausblick auf die Gold Coast hat. Endlich bin ich Mal zum Surfen gekommen, oder zumindest zum Ausprobieren :) denn wenn 50 Schüler gleichzeitig zum Ersten Mal versuchen Surfen zu lernen gibt das ein bisschen ein Chaos. Aber ich bin stolz drei Sekunden auf dem Brett gestanden und die Welle entlang geritten; jetzt heißt es nur noch üben, üben, üben...



Mallorca 2 war dann das Nachtleben in Surfers Paradise. Ein Lokal nach dem anderen und alles total beleuchtet um Mitternacht, dass man denkt es wäre helllichter Tag. So hat es uns am ersten Abend ins 'Bedroom' verschlagen, wo man laut unserem Backpacker Hostel Chef gut zu nem Mädel sagen kann 'Hey, do you want to go to the bedroom with me?'... und am zweiten Abend von einer Bar in die Nächste.



Am Sonntag sind wir dann noch in Dreamworld gegangen - Achterbaaaaaahnen fahren, juhu. Naja, OK, zugegeben, der Park war etwas klein, die einzige Achterbahn nicht gerade atemberaubend und wenn man bedenkt, dass man die Zeit überwiegend mit Anstehen verbringt, dann würde man am Liebsten wieder Mal in den Europa Park gehen. Aber Spaß hat der Free Fall zum Beispiel auf jeden Fall gemacht, wenn man dann aus fast 100 Meter Höhe in die Tiefe fällt.



Heute bin ich mit der Julia aus Österreich, die hier bei einer Gastfamilie lebt, Whale Watching gegangen. Echt geniale Fotos von den Riesen der Meere sind dabei entstanden :)



Übermorgen ist es dann soweit und die zweiwöchige Reise geht los - Sydney, Melbourne und Adelaide.

Samstag, 6. September 2008

Der Sommer kommt langsam...

Alles Gute zum Vatertag, zumindest von meiner Seite hier! Heute Sonntag ist in Australien nämlich Vatertag.

'Half of the semester is over' steht da letztes Mal in einer Vorlesung auf der letzten Powerpoint-Folie. Von den insgesamt 12 Unterrichtswochen sind die ersten 6 schon vorbei. Da hab ich erst Mal große Augen gemacht. Irgendwie geht das hier etwas zu schnell. Nun ja, natürlich sind die Ferien nicht mit eingerechnet, die sich mit rasender Geschwindigkeit nähern. In zwei Wochen befinde ich mich nämlich schon in Sydney, wo der Start unserer zweiwöchigen Rundreise sein wird. Aber dazu dann mehr, wenn es soweit ist.



Ein Feuerwerk der Extraklasse, wie ich es bis jetzt noch nicht erlebt habe, konnte ich mit offenem Mund beim Riverfestival in Brisbane bestaunen. Angefangen hat es mit einem Düsenjet, der mit einem 'Afterburner' direkt über die Skyline von Brisbane geflogen ist. Das Feuerwerk selbst war echt genial zum Rythmus der Musik abgestimmt. Wenn man dann mit den anderen 600.000 Staunenden aus aller Welt in den Himmel kuckt, die Skyline von Brisbane vor sich sieht, neben 10 Studienkollegen steht, sich über einem ein Megafeuerwerk bietet und man dabei bedenkt, dass man sich gerade am anderen Ende der Welt befindet, dann ist das schon ein geniales Gefühl.
Also ein Festival organisieren, das können sie, die Australier.



Am nächsten Tag habe ich dann noch beim Riverfestival-Breakfast-BBQ als Volunteer mitgeholfen. Wiedermal ein super Ausblick gewesen! Auf der Brücke, die von einem Flussufer direkt in die City von Brisbane führt, wurde gegrillt was das Zeug hält. Ich durfte bei einem Stand die Snacks nachfüllen. Da alles gratis war und die Leute punkt 9 Uhr bei der Öffnung auf die Brücke stürmten, kamen wir fast gar nicht mehr mit dem Nachfüllen nach. Hat trotzdem echt Spaß gemacht, vor allem lernt man nette andere Volunteers kennen und der Ausblick hat sich auch gelohnt. Außerdem durfte ich währenddessen auch mit einem Headset rumrennen, wo die ganzen Anweisungen von der Organisation auf Englisch durchgesagt wurden wurden, und mich um die Würstchendistribution kümmern :D



Gestern ging es nach Noosa, ca. 80 Kilometer im Norden hier. Bekannt ist das Städchen für seine wunderschönen Strände, etlichen Kreisverkehre und den Nationalpark. Dort sind wir dann auch gleich am Anfang hin. Bei einem menschenleeren Strand, der mir wie aus dem Film 'The Beach' vorgekommen ist, sind wir dann etwas geblieben. Die Strömung ist ja echt abnormal hart gewesen. Vor allem haben die Riffe und Klippen den Anblick nicht gerade schöner gemacht. Darum blieben wir lieber am Strand selbst. Ich bewundere dann immer wieder die Surfer die sich da trotzdem rein trauen.



Dank den ganzen Uni-Volunteers, die auf dem Noosa Jazz Festival gearbeitet haben, haben wir gratis Eintrittskarten bekommen und sind am Abend dorthin gegangen. Echt gute Bands haben gespielt (z.B. Jackson Jackson, von denen ich davor noch gar nichts gehört habe).



Aufgefallen:
1) Wenn hier Mal Fußball im Fernseher läuft, fällt das sofort auf, weil eigentlich dauernd nur zwei Sportarten ausgestrahlt werden - Rugby oder Football. Aber naja, ich muss zugeben Fußball gefällt mir da schon etwas besser. Vor allem ist es halt nicht nur teilweise ein bloßes aufeinander draufdreschen ;)

2) Mc Donald's ist ja angeblich ein Fast Food Restaurant. Unter Fast Food verstehe ich 'schnell'. Unter 'schnell' verstehe ich zumindest nicht länger als 5 Minuten. Hier kann sich 'schnell' schonmal auf 30 Minuten ausdehnen. Zumindest wenn um 3 Uhr in der Nacht alle von einem Club rauskommen, zum Mc Donald's rennen, dort nur ein Schalter geöffnet ist, der Angestellte total überfordert ist und eine Bestellung nach der anderen aufnimmt und anweist, einfach zu warten bis der Burger fertig ist. Naja bei so 40 Bestellungen kann das dann schon leicht zu einem Chaos führen.

3) 4 Minuten sollte man sich hier nur Duschen, weil Australien Probleme mit dem Wasser hat. Deshalb hat die Regierung veranlasst, so etwas ähnliches wie Eieruhren auszuteilen, die für das Bad geeignet sind und nach 4 Minuten läuten.

4) In keinem einzigen Gebäude darf hier geraucht werden. Nicht einmal in den Clubs und Bars. Als Nichtraucher fällt einem das natürlich nicht so direkt auf. Darum habe ich mich am Anfang immer wieder gewundert, warum meine Kleidung nach dem Weggehen nicht nach Rauch stinkt, wie das normalerweise in Österreich der Fall ist.

Montag, 18. August 2008

A propos Skydiving:
Am Besten kann man das Gefühl und das ganze rundherum natürlich erfahren, wenn man das selbst macht, statt hier nur diesen Blog zu lesen. Aber da ein Video auch schon etwas mehr ausdrückt, als nur ein paar Worte, hier die zwei Videos dazu:

Skydiving 1 - Vorspann und die zwei anderen die mitgeflogen sind
Skydiving 2 - Sonjas und mein Sprung aus dem Flugzeug

Viel Spaß :)

Donnerstag, 14. August 2008

So, wenn man am Besten mit dem Auto von Brisbane nach Sippy Downs kommt, wie kommt man dann am Besten vom Flugzeug in 12000 Fuß Höhe (fast 4 Kilometer) zum Strand direkt unter einem auf 0 Fuß? Gut, eine Möglichkeit wäre, man landet sicher mit dem Flugzeug am Flughafen und fährt zum Strand. Viel lustiger ist es aber, wenn man einfach aus dem Flugzeug raus springt.



So geschehen am 13. August um 10:30 Uhr, Caloundra Kings Beach. Fünf Wagemutige Himmelsstürmer (Kayla aus den USA, ihre Cousine Sonja, ich und noch zwei andere) treffen sich am Flughafen bei Caloundra und machen sich bereit für den Sprung ihres Lebens. Kurz 10 Minuten eine Einführung, rein in die Anzüge und Gurte und schon ging es ab zur kleinen Propellermaschine, die bereits bereit zum Abflug stand. Genial, das Gefühl, wenn man weiß, dass man in den Himmel hochfliegt und nicht mehr landen wird, trotzdem aber heil unten wieder ankommt. Das Flugzeug dreht also seine Runden hoch wie eine Schraube bis es bei eben den 12000 Fuß Höhe angekommen ist. Brille aufgesetzt, Anweisungen beachtet die mir von hinten ins Ohr geschrieen wurden und dann konnte es ja eigentlich schon losgehen. "My man" hinter mir - Wayne - hat schon 12000 Sprünge gemacht, also eigentlich kann ja nix schiefgehen. Türe auf, nach draußen gelehnt und einfach nur ein geniales Gefühl erlebt als Wayne sich schließlich abgestoßen hat und es für 50 Sekunden im freien Fall nach unten ging. Ein "UAAAHHHHHHHHHHHHH" - sei es aus Freude oder wegen dem genialen Gefühl einfach frei nach unten zu fallen - war die Folge.
Nachdem der Fallschirm geöffnet wurde, durfte ich diesen selbst noch etwas lenken und schließlich landeten wir am Strand von Caloundra.



Nach dem Sprung sind wir dann noch mit Toni, der mitgegangen ist, leider aber nicht springen hat können, weil das Flugzeug voll war, noch in die Stadt Caloundra selbst. Vergleichen könnte man sie fast mit einer kleinen Touristenstadt in Spanien, nur dass Englisch gesprochen und auf der linken Straßenseite gefahren wird.



Momentan bin ich hier an der Uni fleißig am vier Arbeiten schreiben, die ich innerhalb der nächsten zwei Wochen abgeben muss, der Uni Alltag lässt grüßen.
Morgen geht's dann wahrscheinlich nach Noosa, eine anscheinend echt schöne Stadt im Norden von Maroochydore.

Aufgefallen: Alle Lektoren werden hier mit dem Vornamen angesprochen.

Freitag, 8. August 2008

Bei Australiern Zuhause

Freundlich, Freundlicher, Australier oder Offen, Offener, Autstralien - so würde ich mein kurzes Resumée des ersten Monats hier in Down Under schließen.

Obwohl das Studium mittlerweile doch schon etwas strenger geworden ist, als die ersten zwei Wochen und es eigentlich ziemlich einiges zu tun gibt, lässt man sich doch gerne immer wieder dazu hinreißen auf BBQ-Festchen oder Privatparties zu gehen. Vor allem wenn man wie hier in Australien einfach so eingeladen wird obwohl man von den ganzen Leute vielleicht gerade mal denjenigen kennt, der einen mitgebracht hat. Aber so lernt man im Laufe eines Abends schon Mal bis zu 10 wenn nicht sogar manchmal 20 neue Leute aus der ganzen Welt kennen. Die meisten sind selbst aus Europa hierhergezogen und haben sich von dem wunderschönen australischen Lebensstil und dem Land selbst überwältigen lassen.
Letzte Woche war dies der Fall, als ich zu einer "Die Eltern sind aus dem Haus - let's fetz"-Party in Caloundra eingeladen worden bin. Die Aussicht von dem Haus auf einem kleinen Hügel in der Nähe vom Strand - Zauberhaft! Ein großes geräumiges Haus mit, zwei Kinder, einen Pool, BBQ, einen Hund und schon hat man die typische australische Standardfamilie beisammen - so habe ich das zumindest im Reiseführer gelesen. Und siehe da - Lonely Planet lässt einen nicht im Stich - genau diese Standardfamilie habe ich dann bei dieser Party kennengelernt ;) Eine Übernachtung im Matrazenlager und gutes australisches Frühstück mit Toast, gebratenem Speck und Eiern inklusive - und wie gesagt, ich habe von den sieben Leuten dort gerade Mal eine vor kurzem kennen gelernt.



Was man allerdings in der Nacht vermeiden sollte, ist dass man sich von Blaulicht hinter einem ablenken lässt. Und zwar ist mir auf der Fahrt nach Caloundra folgendes passiert: Ich fahre also gemütlich wiedermal eine lange Straße entlang als mich plötzlich auf der linken Seite rasend schnell ein schwarzes Auto überholt. "Hui, der hat es aber eilig", und weiter nichts hab ich mir gedacht, als in der nächsten Sekunde schon Blaulicht hinter mir auftaucht und die Polizei wie ein Christbaum geschmückt mit allen Lichtern an hinter mir herfährt, weil es das schwarze Auto am verfolgen war. Ich natürlich gerade Mal seit fünf Tagen in Australien am Autofahren, bleib wahrscheinlich aus Gewohnheitsgründen auf der rechten Seite. Allerdings ist das nicht so eine gute Idee, wenn die Polizei hier einen überholen will. Zwei Sekunden später schon - als ich es auch endlich kapiert habe - fahre ich dann eben nach links um der Polizei Platz zu machen. Mit einer "freundlichen Geste" aus dem Beifahrerfenster des Polizeiautos hat der Christbaumgeschmückte Wagen schließlich die Verfolgung des schwarzen Autos wieder aufgenommen.



Heute geht es auf den Mount Coolum, von wo aus man anscheinend einen superschönen Ausblick hat. Bin dann schon gespannt - Fotos werden auf jeden Fall wieder online sein. Bis zum nächsten Mal :)

Aufgefallen:
1) Zeitungen werden hier in Sippy Downs von einem Mofafahrer ausgetragen, der die Zeitungen unliebsam auf den Gehsteig vor das jeweilige Haus wirft.
2) Self-Service bei der Kassa vom Supermarkt ist selbstverständlich.
3) Es gibt im Supermarkt ein Pulver, mit dem man selbst sein Bier brauen kann, indem man einfach Wasser dazu schüttet. Also ich würde das in dem Fall ein "Instant-Bier" nennen.

Freitag, 1. August 2008

Neuigkeiten aus dem Aussielande

Wie kommt man am besten von Brisbane nach Sippy Downs? - Entweder, man nimmt den Zug und dann den Bus und schon ist man in zwei Stunden am Zielort angekommen. Oder, wie ich das heute gemacht habe, man nimmt sein neu gekauftes Auto und fährt die knapp 100 Kilometer in eineinhalb Stunden bei Temperaturen um 30 Grad und Sonnenschein auf dem Sunshine Motorway entlang, während man dazu seine Lieblingsmusik laufen lässt. Letzteres habe ich heute Mittag gemacht. Nicht, dass ich jetzt sagen will, dass Zugfahren nicht interessant ist, wenn man die Landschaft an sich vorbeiziehen sieht. Hat man aber gerade zum ersten Mal in seinem Leben ein Auto gekauft, dass man sein Eigen nennen darf, hat dies doch gewisse Reize :)

Angefangen hat alles damit, dass es mir das öffentliche Verkehrsnetz an der Sunshine Coast nicht gerade allzu sehr angetan hat - wie dies im letzten Post ziemlich ersichtlich war. Drei Reisen nach Brisbane waren die Folge, wo ich fünf verschiedene Autos begutachtet und testgefahren habe. Die erste Testfahrt selbst, war dabei allerdings eher als Fahrlektion zu bezeichnen, da ich
1. den Linksverkehr noch nicht gewöhnt war,
2. die Scheibenwischer eingeschalten habe, wenn ich (wie bei uns üblich) auf der linken Seite vom Lenkrad blinken wollte und
3. es in Australien doch auch Verkehrsregeln gibt, die man kennen sollte.
Auf jeden Fall waren diese Testfahrten aber eine gute Übung.



Nachdem ich mich also in den letzten fünf Tagen wahrscheinlich intensiver mit australischen Gebrauchtwagen beschäftigt habe, als die ganzen vorigen 21 Jahre zusammengerechnet überhaupt mit Autos, habe ich beschlossen einen Hyundai Excel Sprint zu kaufen. Deshalb bin ich mit Les, der den Hyundai früher selbst gefahren und ihn anschließend seinen Kindern überlassen hat, gab mir noch wertvolle Tipps für die weitere Fahrt zurück zur Sunshine Coast. Die 100 Kilometer zurück nach Maroochydore waren eine gute Übung für den Anfang. An den Linksverkehr gewöhnt man sich recht schnell - und auch daran, dass man bei 30 Grad Sonnenschein keine Scheibenwischer einschalten muss um rechts abzubiegen.
Die Registrierung beim "Department of Transport" habe ich auch gleich heute noch erledigt und dann konnte das Auto schon gleich zum ersten Mal praktisch eingesetzt werden, indem ich beim Woolworths mit Toni und Markus aus Deutschland einkaufen gegangen bin. Statt den bisherigen 20 Gehminuten hin und 30 Gehminuten zurück, geht ein Einkauf mit dem Auto ziemlich schnell und praktisch. 30 Gehminuten zurück deshalb, weil 10 Minuten durch entweder "volle Säcke schleppen" oder durch "einen Woolworths Einkaufswagen vor sich hinschieben" dazugerechnet wurden. Letzteres ist hier übrigens erlaubt - die Einkaufswagen werden dann einfach vor dem UniCentral abgestellt, wo sie irgendwann wieder abgeholt werden.
Zurück zum Auto: Es ist zwar gerade Mal der erste Tag, seit ich das Auto besitze, dennoch fühlt man sich gleich Mal viel freier, da man weiß, man kommt überall gleich schnell hin und muss nicht manchmal bis zu 2 Stunden auf den Bus warten. Deshalb nach bisherigem Empfinden - schwer zu empfehlen :) Werde sicher noch weiteres über Erfahrungen mit dem Auto in Down Under schreiben - dazu aber später.

Nun zu einem anderen Thema: Was machen internationale Studenten in Australien in den Ferien? Nun, wenn man schon Mal in einem fremden Land ist, kann man diese Gelegenheit gut nützen, um dieses zu erkunden. Genau das haben Markus und Toni aus Deutschland, Charlotte und Lilli aus Frankreich und ich im "Mid Semester Break" ab Mitte September vor. Und zwar haben wir bereits jetzt unsere Flüge gebucht, da diese gerade ziemlich billig waren.
Start unserer zweiwöchigen Reise wird Brisbane sein, von wo wir mit dem Flugzeug nach Sydney fliegen werden. Nach fünf Tagen Sightseeing geht es weiter mit dem Flugzeug nach Melbourne, wo wieder fünf Tage eingeplant sind.
Ein Wohnmobil wäre schon praktisch um schließlich die Great Ocean Road von Melbourne nach Adelaide zu fahren... Gesagt, getan. Mit dem Wohnmobil geht es vorbei an den bekannten "12 Aposteln" nach Adelaide, von wo aus wir einen Ausflug auf die Halbinsel York machen werden. Schließlich geht es am 13. Tag zurück mit dem Flugzeug nach Brisbane. So sieht die Planung bis jetzt zumindest aus - flexibel sind wir aber immer noch :) Berichte werden auf jeden Fall folgen.



Um den Sydneybesuch noch etwas spannender zu gestalten hat sich eine recht gute Gelegenheit ergeben. Am 21. September findet nämlich der Sydney Marathon statt. Warum also nicht teilnehmen? Da wir am 20. September erst am späten Nachmittag ankommen werden, wird der geplante Halbmarathon, der bereits um 6:20 Uhr am Folgetag beginnt, kurzfristig zum "Sightseeinghalbmarathon" umfunktioniert. Das gute wird meinen Einschätzungen zufolge dabei sein, dass ich so von der Stadt Sydney selbst so abgelenkt sein werde, dass das Laufen fast schon von alleine gehen wird ;) Die Anmeldung ist auf jeden Fall schon Mal gemacht und ich freu mich jetzt schon riesig darauf, eine Stadt einmal auf eine Weise zu erkunden, wie ich das zuvor noch nie gemacht habe. Sydney, wir kommen!

So, das waren für heute wiedermal ein paar Neuigkeiten aus OZ.
Ah ja, was ich sonst noch so loswerden wollte:

1. Ja es gibt hier auch Kühe, nicht nur Kängurus :)
2. Wenn es heißt "Ich wohne in Brisbane", kann das schon auch mal heißen, dass man in einer der zig Vorstädte wohnt, die teilweise bis zu mehr als 20 Kilometer vom Zentrum entfernt sind und von denen man annehmen müsste, dass sie eigentlich schon ein eigenes Dorf sind.
3. Telefonieren während dem Zugfahren - vergiss es! Kaum dass man aus einem Ballungszentrum raus ist, hat man keinen Empfang mehr.
4. Kreuzungen für Fußgänger funktionieren hier so: Die Fußgänger gehen nie, während Autos auf der Kreuzung fahren. Auf einmal werden alle Autoampeln rot und alle Fußgängerampeln schalten gleichzeitig auf grün. Das heißt die ganze Kreuzung wird von Fußgängern eingenommen und auch diagonal überquert, bis es wieder rot ist, die Kreuzung von Fußgängern befreit ist und die Autos wieder übernehmen.